Die Autumn Nations Series 2025 bringt im Herbst die großen Rugby-Nationen Europas zurück ins Rampenlicht. Für die Teams der Six Nations – England, Irland, Schottland, Wales, Frankreich und Italien – ist das Turnier ein fester Bestandteil des internationalen Rugby-Kalenders. Hier treffen sie auf Gegner aus aller Welt, doch im Mittelpunkt steht zunächst der Vergleich untereinander und die Stärke der nördlichen Hemisphäre.
Diese sechs Mannschaften repräsentieren die älteste und traditionsreichste Turnierserie des Welt-Rugbys. Jedes Land steht für eine eigene Spielkultur: taktisch diszipliniert, kraftvoll, technisch präzise oder leidenschaftlich offensiv. Gemeinsam bilden sie das Fundament des europäischen Rugby – mit tief verwurzelter Fan-Kultur, legendären Stadien und einer Rivalität, die weit über den Sport hinausreicht.
Während in der südlichen Hemisphäre oft Geschwindigkeit und Athletik dominieren, setzen die europäischen Teams auf Struktur, Strategie und Balance zwischen Physis und Spielintelligenz. Die Autumn Nations Series bietet ihnen die Gelegenheit, ihre Form nach der Six Nations Championship zu prüfen, neue Kombinationen zu testen und junge Talente an das internationale Niveau heranzuführen.
Im Folgenden findest du die sechs europäischen Vertreter im Porträt – mit ihren historischen Wurzeln, charakteristischen Spielstilen und aktuellen Platzierungen in der Weltrangliste.
Teilnehmer der Autumn Nations Series 2025 (Six Nations) im Überblick
In der folgenden Übersicht findest du die Six Nations Teilnehmer der Autumn Nations Series 2025 mit kurzen Porträts, historischen Hintergründen und ihrer aktuellen Stellung im Welt-Rugby.
England
Die englische Rugby-Union-Auswahl gilt als eine der traditionsreichsten und erfolgreichsten Nationen im Welt-Rugby. Geleitet von der Rugby Football Union (RFU) spielt das Team seine Heimspiele im Twickenham Stadium bei London.
Historischer Hintergrund
- Die erste offizielle Test-Begegnung fand 1871 statt, als England gegen Schottland antrat.
- England prägt seit Jahrzehnten den europäischen Rugby-Wettbewerb und ist Rekordsieger der Six Nations Championship mit zahlreichen Titeln.
- Der Höhepunkt war der Gewinn der Rugby World Cup im Jahr 2003 – bislang der einzige Weltmeistertitel aus der nördlichen Hemisphäre.
Spielstil und Besonderheiten
England zeichnet sich durch robuste Vor- und Rückraumstruktur, taktische Disziplin und hohe physische Intensität aus. In Phasen dominierte das Team durch kraftvolles Set-Piece-Spiel, kombiniert mit schnellen Angriffen im Rückraum. Gleichzeitig steht – wie bei jeder Top-Mannschaft – die Herausforderung, dynamischere Spielweisen mit der traditionellen Stabilität in Einklang zu bringen.
Aktuelle Situation (Stand Herbst 2025)
- Der aktuelle Trainerstab wird angeführt von Steve Borthwick.
- England belegt derzeit Platz 5 in der Weltrangliste.
- Der Kader umfasst sowohl erfahrene Leistungsträger als auch aufstrebende Talente.
- Eine zentrale Herausforderung liegt darin, Spitzenleistungen konstant abzurufen – insbesondere gegen die Top-Teams aus der südlichen Hemisphäre im Rahmen der Herbstserie.
Irland
Irland zählt zu den konstantesten Spitzenmannschaften im internationalen Rugby. Das Team wird von der Irish Rugby Football Union (IRFU) betreut und spielt seine Heimspiele primär im Aviva Stadium in Dublin.
Historischer Hintergrund
- Irland bestritt sein erstes offizielles Länderspiel 1875 gegen England.
- In den letzten Jahren gelang der Mannschaft mehrfach der Gewinn des Six Nations Championship sowie Grand Slams, was den Aufstieg zur Weltklasse unterstreicht.
- Irland erreichte zwischenzeitlich sogar den 1. Platz im Ranking der World Rugby – ein bedeutender Meilenstein.
Spielstil und Besonderheiten
Das Team zeichnet sich durch taktische Intelligenz, starke Verteidigung und effizientes Offensivspiel aus. Besonders auffällig sind strukturierte Phasen im Angriff, hohes Tempo im Umschaltspiel und eine konsequente Umsetzung defensiver Vorgaben. Gleichzeitig ist die Mannschaft in der Lage, Spiele durch individuelle Klasse zu entscheiden.
Aktueller Stand
- Die Weltranglistenposition beträgt aktuell Rang 3.
- Kader und Trainerstab verbinden erfahrene Routiniers mit jungen Talenten, was für Kontinuität und Zukunftsfähigkeit spricht.
- Zu den Herausforderungen zählt, die hohen Erwartungen konstant zu erfüllen und gegen alle Top-Gegner auf höchstem Niveau zu agieren.
Schottland
Schottland gehört zu den festen Größen im europäischen Rugby. Die Mannschaft wird von der Scottish Rugby Union geführt und trägt ihre Heimspiele im Murrayfield Stadium in Edinburgh aus.
Historischer Hintergrund
- Schottland bestritt 1871 das erste Länderspiel der Rugby-Geschichte – gegen England.
- Das Team war Gründungsmitglied des späteren Six Nations Turniers und gewann zuletzt 1999 den damaligen Five Nations-Titel.
- Seitdem blieb ein weiterer Titel zwar aus, doch Siege gegen Top-Nationen zeigen, dass Schottland weiterhin zur erweiterten Weltspitze gehört.
Spielstil und Besonderheiten
Das Team setzt auf eine Mischung aus stabiler Defensive und mutigem Offensivspiel. Schottland gilt als kämpferisch, schnell im Umschalten und stark in offenen Spielsituationen. Besonders Heimspiele im Murrayfield-Stadion sind für ihre intensive Atmosphäre bekannt.
Aktueller Stand
- In der Weltrangliste belegt Schottland derzeit Rang 7.
- Nach mehreren Jahren kontinuierlicher Entwicklung verfügt das Team über eine ausgewogene Mischung aus erfahrenen Führungsspielern und technisch starken Nachwuchskräften.
Wales
Die Auswahl von Wales national rugby union team steht für walisische Rugby-Tradition und große Erwartungen – gleichzeitig befindet sich das Team aktuell in einer Phase erheblicher sportlicher Herausforderungen.
Historischer Hintergrund
- Wales spielte sein erstes offizielles Länderspiel im Jahr 1881 gegen England.
- Der Verband Welsh Rugby Union wurde im selben Jahr gegründet.
- Wales gewann eine Vielzahl von Titeln im Rahmen der Vorgängerturniere des heutigen Six Nations Championship und erreichte mehrfach die Halbfinalrunde bei Weltmeisterschaften.
- In jüngerer Vergangenheit sank das Team auf einen historisch tiefen Rang in der Weltrangliste.
Spielstil und Besonderheiten
Wales zeichnet sich traditionell durch ein solides Set-Piece, eine robuste Verteidigung und eine kämpferische Mentalität aus. Gleichzeitig gibt es aktuell Schwächen in Bezug auf Konstanz, Disziplin und offensive Durchschlagskraft — Aspekte, die in der internationalen Konkurrenz stärker ins Gewicht fallen.
Aktueller Stand
- In der offiziellen Rangliste von World Rugby belegt Wales aktuell Platz 12.
- Das Team muss sich neu sortieren, um wieder an das Niveau früherer Zeiten anzuknüpfen.
Frankreich – Les Bleus
Frankreich verbindet Tradition, Leidenschaft und moderne Spielkultur wie kaum ein anderes Team. Die Mannschaft wird von der Fédération Française de Rugby (FFR) geführt und trägt ihre Heimspiele überwiegend im Stade de France in Paris aus.
Historischer Hintergrund
- Das erste Länderspiel absolvierte Frankreich 1906 gegen Neuseeland.
- Seit 1910 nimmt Frankreich am Turnier der europäischen Nationen teil, dem heutigen Six Nations.
- Nach einer langen Aufbauphase entwickelte sich das Land ab den 1950er-Jahren zu einer festen Größe im Welt-Rugby.
- Frankreich stand bereits mehrfach im Finale der Rugby-Weltmeisterschaft (1987, 1999, 2011) und gilt seither als eines der erfolgreichsten Teams der nördlichen Hemisphäre.
Spielstil und Besonderheiten
Frankreich steht für Kreativität, technische Klasse und offensive Vielfalt. Das Team kombiniert körperliche Stärke im Sturm mit eleganten Passfolgen im Rückraum. Charakteristisch ist der freie, improvisationsfreudige Stil – oft unberechenbar, aber spektakulär anzusehen. In den letzten Jahren wurde diese Spielweise um defensive Disziplin und taktische Präzision ergänzt.
Aktueller Stand
- In der Weltrangliste belegt Frankreich derzeit Rang 4.
- Der Kader gilt als einer der tiefsten und talentiertesten weltweit, mit einer Mischung aus erfahrenen Führungsspielern und jungen Schlüsselakteuren aus der heimischen Top 14-Liga.
Italien – Gli Azzurri
Italien ist das jüngste Mitglied der Six Nations und hat sich seit seinem Einstieg im Jahr 2000 zu einem festen Bestandteil des europäischen Spitzenrugby entwickelt. Das Team wird von der Federazione Italiana Rugby (FIR) organisiert und trägt seine Heimspiele im Stadio Olimpico in Rom aus.
Historischer Hintergrund
- Das erste offizielle Länderspiel bestritt Italien 1929 gegen Spanien.
- In den 1990er-Jahren erzielte die Mannschaft deutliche Fortschritte und besiegte mehrfach etablierte Gegner wie Irland oder Schottland.
- 2000 wurde Italien in das damalige Five Nations aufgenommen, wodurch das Turnier zu den Six Nations erweitert wurde.
- Trotz vieler Rückschläge hat sich das italienische Rugby stetig weiterentwickelt – mit wachsendem Einfluss professioneller Strukturen und zwei Teams in der United Rugby Championship (Benetton und Zebre).
Spielstil und Besonderheiten
Italien zeichnet sich durch engagiertes, physisch starkes Rugby aus, das zunehmend von Tempo und Struktur geprägt ist. Früher bekannt für kämpferische Abwehrarbeit, setzt das Team heute verstärkt auf offensiven Ballbesitz und schnelle Phasen. Besonders die jungen Spieler aus der URC bringen frische Dynamik und technische Qualität ins Nationalteam.
Aktueller Stand
- In der aktuellen Weltrangliste belegt Italien Rang 11.
- Die Mannschaft profitiert von einer neuen Generation ambitionierter Spieler, die das Ziel verfolgt, sich dauerhaft von der Außenseiterrolle zu lösen und regelmäßig Siege in den Six Nations zu erringen.
Die europäischen Teams der Six Nations
Die europäischen Vertreter der Autumn Nations Series 2025 stehen geschlossen wie selten zuvor. Zwischen taktischer Disziplin, technischer Präzision und leidenschaftlicher Rivalität verkörpern sie das Fundament des Welt-Rugbys auf der Nordhalbkugel. Irland und Frankreich führen derzeit den europäischen Vergleich an, während England, Schottland und Wales an Konstanz arbeiten und Italien mit einer jungen Generation neue Impulse setzt.
Doch der wahre Prüfstein wartet jenseits des Äquators: Die Duelle mit den Teams der südlichen Hemisphäre entscheiden, wie stark Europas Rugby tatsächlich ist. Im nächsten Beitrag stellen wir die Top-Mannschaften aus dem Süden vor – von den legendären All Blacks über die kompromisslosen Springboks bis hin zu den aufstrebenden Nationen aus dem Pazifik.







