Rugby ist ein faszinierendes Spiel aus Kraft, Strategie und Teamgeist. Gespielt wird auf einem rechteckigen Feld mit einem Malfeld an jedem Ende und H-förmigen Malstangen. Das Ziel ist, den Ball im gegnerischen Malfeld abzulegen oder ihn durch die Malstangen zu kicken – und dabei möglichst viele Punkte zu erzielen.
Das Ziel des Spiels
Zwei Mannschaften stehen sich gegenüber – im Rugby Union mit je 15 Spielern, im Rugby League mit 13. Der Ball darf getragen, gepasst oder getreten werden. Wichtig: Nach vorn passen ist verboten. Der Ball darf nur seitlich oder nach hinten gespielt werden, nach vorn darf man ihn nur kicken.
Punkte gibt es, wenn der Ball im gegnerischen Malfeld abgelegt oder erfolgreich zwischen die Malstangen und über die Querlatte geschossen wird.
So werden Punkte erzielt
- Versuch (5 Punkte): Ein Spieler legt den Ball kontrolliert im gegnerischen Malfeld ab.
- Erhöhung (2 Punkte): Nach einem Versuch darf das Team auf die Malstangen kicken. Geht der Ball über die Querlatte, gibt es zwei Zusatzpunkte.
- Straftritt-Goal (3 Punkte): Nach einem Foul kann ein direkter Kick auf die Malstangen erfolgen.
- Dropgoal (3 Punkte): Während des Spiels darf der Ball aus dem Lauf heraus als Dropkick zwischen die Malstangen gespielt werden.
Wie der Ball im Spiel bleibt
Ein Rugbyspiel lebt von Bewegung und Zweikämpfen. Wird der Ballträger zu Boden gebracht, spricht man von einem Tackle. Der getackelte Spieler muss den Ball sofort freigeben, damit das Spiel weitergehen kann.
Sobald sich Spieler beider Teams über dem am Boden liegenden Ball formieren, entsteht ein Ruck. Dabei wird der Ball mit den Füßen nach hinten gespielt, während beide Mannschaften um den Ballbesitz kämpfen.
Steht der Ballträger noch, aber mehrere Spieler sind aneinander gebunden, entsteht ein Maul – eine Art rollender Block, der sich Richtung gegnerisches Malfeld bewegt.
Wenn das Spiel unterbrochen wird
Auch im Rugby gibt es kurze Pausen, in denen der Ball wieder ins Spiel gebracht wird. Dabei kommen zwei typische Spielsituationen vor: das Gedränge und die Gasse.
- Gedränge (Scrum): Nach kleineren Regelverstößen formieren sich acht Spieler pro Team zu einem Gedränge, in das der Ball eingeworfen wird.
- Gasse (Lineout): Geht der Ball ins Seitenaus, wird er von der Seitenlinie eingeworfen. Dabei dürfen Mitspieler in die Höhe gehoben werden, um den Ball zu fangen.
Gedränge (Scrum)
Ein Gedränge entsteht, wenn es zu einem kleineren Regelverstoß kommt – etwa bei einem Vorwurf (der Ball wurde nach vorn gespielt) oder einem unbeabsichtigten Fehler, der das Spiel unterbricht.
In diesem Fall stellen sich acht Spieler jeder Mannschaft in drei Reihen dicht aneinander. Die vordersten Spieler, die sogenannten Stürmer, verhaken sich mit den Gegnern, sodass eine stabile Formation entsteht.
Der Ball wird dann von der Seite – meist durch den Gedrängehalb (Scrum-Half) – in das Gedränge eingeworfen. Beide Teams versuchen, den Ball mit den Füßen nach hinten zu „haken“, bis er hinter der letzten Reihe erscheint. Das Team, das den Ball gewinnt, darf ihn anschließend aufnehmen und weiterspielen.
Ein Gedränge erfordert viel Kraft und Technik, aber auch Synchronität, da die Spieler sich gemeinsam bewegen müssen, um stabil zu bleiben. Es ist eine der charakteristischsten Situationen im Rugby und zeigt den hohen Teamgeist und die Disziplin dieses Sports.
Gasse (Lineout)
Eine Gasse wird gebildet, wenn der Ball ins Seitenaus geht – also über die Seitenlinie hinaus. Dann wird der Ball von dort wieder eingeworfen, und zwar genau an der Stelle, an der er das Feld verlassen hat.
Beide Mannschaften stellen sich in zwei parallelen Reihen auf, mit einem schmalen Gang zwischen ihnen – der sogenannten Gasse. Der Ball wird von einem Spieler der Mannschaft, die den Einwurf zugesprochen bekommt, mittig in die Gasse geworfen.
Hier kommt eine Besonderheit des Rugby zum Tragen: Spieler dürfen ihre Mitspieler anheben, um den Ball in der Luft zu fangen. Das erfordert präzises Timing und gute Abstimmung, damit der gehobene Spieler sicher landet.
Nach dem Fang darf der Ballträger den Ball entweder direkt passen, ablegen oder mit seinen Mitspielern ein Maul bilden, um Raum zu gewinnen.
Häufige Regelverstöße
Rugby ist ein sehr fairer, aber klar geregelter Sport. Viele Unterbrechungen entstehen durch kleinere Fehler, die meist unbeabsichtigt passieren. Die wichtigsten Verstöße, die Anfänger kennen sollten, sind die folgenden:
- Vorwurf: Der Ball wird nach vorn geworfen oder springt nach vorn ab.
- Abseits: Ein Spieler befindet sich vor dem Ball und greift ins Spiel ein.
- Festhalten: Der getackelte Spieler lässt den Ball nicht los.
- Gefährliches Spiel: Tackles oberhalb der Schultern oder Angriffe ohne Ball sind verboten.
Vorwurf (Vorball oder Vorpass)
Ein Vorwurf liegt vor, wenn der Ball nach vorn gespielt oder abgeprallt wird – also in Richtung der gegnerischen Mallinie. Das passiert häufig, wenn ein Pass nicht richtig gefangen wird oder der Ball aus der Hand rutscht.
Da Rugby den Spielfluss in seitlicher oder rückwärtiger Richtung vorsieht, ist jedes absichtliche oder unbeabsichtigte Spiel des Balls nach vorn ein Regelverstoß.
Das Spiel wird in solchen Fällen mit einem Gedränge (Scrum) fortgesetzt, bei dem das gegnerische Team den Einwurf erhält.
Abseits
Ein Spieler befindet sich im Abseits, wenn er vor dem Ball steht – also näher an der gegnerischen Mallinie als der Ball selbst oder der Mitspieler, der ihn zuletzt gespielt hat.
Im Abseits zu stehen ist an sich noch kein Foul. Es wird erst dann zum Regelverstoß, wenn der Spieler ins Spiel eingreift, also etwa den Gegner stört oder den Ball aufnimmt.
Abseits ist eine der zentralen Regeln im Rugby und sorgt dafür, dass das Spiel geordnet bleibt und kein Team durch „Vorlaufen“ einen unfairen Vorteil erhält.
Festhalten (Holding On)
Nach einem Tackle muss der Ballträger den Ball sofort freigeben.
Bleibt er am Boden liegen und hält ihn fest, spricht man von Festhalten.
Dieses Verhalten verhindert, dass das gegnerische Team den Ball im anschließenden Ruck erobern kann, und wird deshalb mit einem Straftritt geahndet.
Umgekehrt gilt: Auch der tackelnde Spieler muss den Gegner nach dem Tackle sofort loslassen und darf erst wieder eingreifen, wenn er aufgestanden ist.
Gefährliches Spiel
Rugby ist körperbetont, aber kein Kampfsport. Sicherheit steht über allem. Deshalb gelten strenge Regeln gegen gefährliches oder unsportliches Verhalten:
Tackles dürfen nur unterhalb der Schulterlinie angesetzt und müssen mit den Armen ausgeführt werden.
Aktionen wie hohe Tackles, Schubsen in der Luft, Angriffe ohne Ball, Rammen eines Mauls oder Rucks oder absichtliche Fußtritte gegen Gegner sind verboten.
Solche Verstöße können je nach Schwere mit einem Straftritt, einer gelben Karte (Zeitstrafe) oder einer roten Karte (Platzverweis) bestraft werden.
Diese Regeln schützen nicht nur die Spieler, sondern sind auch Ausdruck der Fairness, die Rugby weltweit prägt: Respekt vor Gegner und Schiedsrichter gehört fest zur Rugby-Kultur.
Sicherheit und Fairness
Rugby ist körperlich, aber kein brutales Spiel. Die Regeln schützen alle Beteiligten: Tackles dürfen nur mit den Armen unterhalb der Schulter angesetzt werden. Respekt gegenüber Schiedsrichtern, Gegnern und Mitspielern ist ein zentraler Bestandteil der Rugby-Kultur – jede Mannschaft akzeptiert Entscheidungen ohne Diskussion.







